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Mit den Paraderäumen bekommt das Dresdner Schloss sein »Herz« zurück

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(© Michel Schneider (mic-vis.de). Quelle: Sächs. Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Dresden 1)

Visualisierung Audienzgemach

Visualisierung Audienzgemach
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(© Michel Schneider (mic-vis.de). Quelle: Sächs. Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Dresden 1)

Visualisierung Paradeschlafzimmer

Visualisierung Paradeschlaftzimmer
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(© SIB_Tobias Lorenz)

Derzeit laufen die Planungen für eine multifunktionale Nutzung des Großen Schlosshofes.

Derzeit laufen die Planungen für eine multifunktionale Nutzung des Großen Schlosshofes.
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(© SMF_Sandra Jäschke)

Eine künstlerisch sehr anspruchsvolle Aufgabe war die Rekonstruktion der zwei 100 Quadratmeter großen Deckengemälde von Louis de Silvestre im Paradeschlafzimmer und Audienzgemach.

Eine künstlerisch sehr anspruchsvolle Aufgabe war die Rekonstruktion der zwei 100 Quadratmeter großen Deckengemälde von Louis de Silvestre im Paradeschlafzimmer und Audienzgemach.
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(© SMF_Sandra Jäschke)

Um eine möglichst authentische Wirkung der Paraderäume zu erreichen, kamen längst vergessene oder kaum noch übliche Techniken zum Einsatz. So erfolgten Webarbeiten, Stickereien und Posamentierarbeiten der Firmen in Zusammenarbeit mit Manufakturen aus Frankreich, England, Spanien, Italien und Österreich, in denen dieses alte Wissen noch vorhanden war.

Um eine möglichst authentische Wirkung der Paraderäume zu erreichen, kamen längst vergessene oder kaum noch übliche Techniken zum Einsatz, wie zum Beispiel Webarbeiten, Stickereien und Posamentierarbeiten.
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(© SIB_Tobias Lorenz)

Die prunkvollsten Einrichtungsgegenstände waren das Paradebett und das Thronensemble. Sie werden durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement rekonstruiert bzw. restauriert.

Die prunkvollsten Einrichtungsgegenstände waren das Paradebett und das Thronensemble. Sie werden durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement rekonstruiert bzw. restauriert.
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(© SIB_Tobias Lorenz)

Rund 2,5 kg Feingold wurden für die Arbeiten in den Paraderäumen verbraucht.

Rund 2,5 kg Feingold wurden für die Arbeiten in den Paraderäumen verbraucht.

 

Der Ausbau der Paraderäume im Westflügel des Dresdner Schlosses, früher die höchstrangigen Bereiche der Kurfürsten, nähert sich dem Ende. Die Räume, darunter das Audienzgemach und das Paradeschlafzimmer, werden gegenwärtig in ihrer historischen Fassung von 1719 wiederhergestellt. August der Starke ließ diese anlässlich der Hochzeit seines Sohnes neu entstehen. Am 20. August 1719 heiratete Kurprinz Friedrich August die Kaisertochter Maria Josepha von Österreich in Wien. Den 300. Hochzeitstag nutzten Ministerpräsident Michael Kretschmer, Finanzminister Dr. Matthias Haß und eine Vertreterin der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für einen Besuch auf der Baustelle.

Am 2. September 1719 fand der feierliche Einzug der Braut in Dresden statt. Sie wurde von August dem Starken und seiner Frau Christiane Eberhardine in den neuen Paraderäumen empfangen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten in Dresden dauerten den ganzen September. Rund 300 Jahre später, ab 28. September 2019, werden die Paraderäume wieder öffentlich zugänglich sein. Ein weiterer Meilenstein beim Wiederaufbau des Dresdner Residenzschlosses ist damit geschafft.

Finanzminister Dr. Matthias Haß: »Die Paraderäume, die wir jetzt wieder einrichten, waren die wichtigsten Räume im Schloss. Mit ihnen entsteht ein Raumkunstwerk zur Präsentation der höfischen Festkultur in Sachsen im 18. Jahrhundert, das seinesgleichen in Europa sucht. Das Dresdner Schloss bekommt damit nicht nur einen weiteren Höhepunkt für Besucher, sondern auch sein ′Herz′ zurück.«

Die Bauarbeiten unter Regie der Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement begannen im Jahr 2016. Diesen ging eine fast zehnjährige Bauforschung und Planungszeit voraus. Rund 300 Firmen arbeiteten an diesem Projekt mit. 
Die Kosten für die Wiederherstellung der Paraderäume betragen rund 35 Millionen Euro. Davon finanziert 12 Millionen Euro die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Für den Wiederaufbau des Schlosses sind insgesamt rund 389 Millionen Euro eingeplant, 351 Millionen Euro wurden bisher ausgegeben. Der Bund beteiligt sich über die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 29 Millionen Euro an den Baukosten.

Eine künstlerisch sehr anspruchsvolle Aufgabe ist die Rekonstruktion der zwei 100 Quadratmeter großen Deckengemälde von Louis de Silvestre. Aus Fotos und Originalskizzen entstand eine Fassung, die dem barocken Original möglichst nahe kommt. Die Kunstwerke werden wie damals auf großformatigen Leinwänden gemalt, an den Decken von Paradeschlafzimmer und Audienzgemach befestigt und im Anschluss  »kopfüber« vollendet.

Die Paraderäume wurden wesentlich durch kostbare Textilien aus Goldtresse und Seidensamt geprägt. Ein Teil davon ist erhalten geblieben und heute in seiner Qualität einmalig. Er wird restauriert und an ursprünglicher Stelle eingesetzt. Für verlorene textile Elemente erfolgt eine »fadengenaue« Rekonstruktion. Um eine möglichst authentische Wirkung der Paraderäume zu erreichen, kamen längst vergessene oder kaum noch übliche restauratorische und handwerkliche Techniken zum Einsatz. So erfolgten Webarbeiten, Stickereien und Posamentierarbeiten der Firmen in Zusammenarbeit mit Manufakturen aus Frankreich, England, Spanien, Italien und Österreich, in denen dieses alte Wissen noch vorhanden war. Es handelt sich damals wie heute um ein Projekt mit europäischen Dimensionen.

Die prunkvollsten Einrichtungsgegenstände waren das Paradebett und das Thronensemble (Stuhl, Podest, Rückwand mit Pilastern, Baldachin). Sie werden durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement rekonstruiert bzw. restauriert. Mit ihrer Rückkehr schließt sich eine Lücke der königlich-kurfürstlichen Repräsentation im Dresdner Schloss.

Die Raumfolge im 2. Obergeschoss des Westflügels wurde Ende des 17. Jahrhunderts für Kurfürst Johann Georg IV., dem Bruder August des Starken, als Repräsentations- und Festetage eingerichtet. Dazu gehören der Eckparadesaal, das 1. und 2. Vorzimmer, das Audienzgemach, das Paradeschlafzimmer, die 1. und 2. Retirade und das Kleine und Große Bilderkabinett.

August der Starke ließ die Räume anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten 1719 umbauen. Schöpfer der Raumarchitektur waren Matthäus Daniel Pöppelmann und Raymond Leplat. Sie waren keineswegs private Gemächer, sondern die höchstrangigen Bereiche des Schlosses und dienten der offiziellen staatlichen Präsentation. Die Paradezimmer bilden eine zusammenhängende Enfilade, die sowohl funktional als auch gestalterisch aufeinander abgestimmt war. Dabei steigerte sich der Prunk der Innenarchitektur von Raum zu Raum und fand schließlich in Audienzgemach und Paradeschlafzimmer seinen Höhepunkt. Die Raumfolge blieb erhalten und wurde bereits 1922 bis zum Kriegsbeginn museal genutzt. Die während des Krieges ausgelagerten Ausstattungsgegenstände wie Möbel, Spiegel und Textilien blieben erhalten und kehren wieder in die rekonstruierten Räume zurück.

Als Rekonstruktionsgrundlage dienten Zeichnungen und Kupferstiche, die August der Starke im Rahmen der Umbauarbeiten anfertigen ließ. Ebenso der Schriftwechsel mit Graf von Wackerbarth, historische Bauunterlagen, fotografische Belege von 1868, 1920 und 1933 sowie Inventarverzeichnisse. Stuckreste und Kaminfragmente gaben ebenfalls wertvolle Hinweise.

 

Weitere spannende Projekte

Bauarbeiten und eine neue Ausstellung im Dresdner Zwinger

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(© SMF_SJ)

Filmkuppel für die neue multimediale Zwinger-Ausstellung »Zwinger Xperience – Die Jahrhunderthochzeit 1719«

Filmkuppel für die neue multimediale Zwinger-Ausstellung »Zwinger Xperience – Die Jahrhunderthochzeit 1719«
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(© SMF_SJ)

Baustelle Bogengalerie L, in der die Zwinger Xperience zukünftig/ ab Spätsommer 2020 zu sehen sein wird.

Baustelle Bogengalerie L, in der die Zwinger Xperience zukünftig/ ab Spätsommer 2020 zu sehen sein wird.
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(© SMF_SJ)

Finanzminister Matthias Haß und Schlösserchef Christian Striefler im Innenhof des Zwingers

Finanzminister Matthias Haß und Schlösserchef Christian Striefler im Innenhof des Zwingers
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(© SMF_SJ)

Finanzminister Matthias Haß vor einem Orangenbäumchen im Zwinger

Finanzminister Matthias Haß vor einem Orangenbäumchen im Zwinger

 

Neue Ausstellung macht Geschichte audiovisuell erlebbar

Im Dresdner Zwinger stellten Sachsens Finanzminister Dr. Matthias Haß und der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Dr. Christian Striefler, die neue multimediale Zwinger-Ausstellung »Zwinger Xperience – Die Jahrhunderthochzeit 1719« vor. In diesem Jahr ist die Ausstellung zunächst in einer eigens angefertigten Filmkuppel zu sehen. Ab Sommer 2020 wird sie dann eine feste Heimat in der Bogengalerie L im Wallpavillon des Dresdner Zwingers bekommen. Bis das soweit ist, sind jedoch noch umfangreiche bauliche Arbeiten in der Bogengalerie L notwendig, für die der Freistaat Sachsen rund 14,3 Millionen Euro investiert.

»Der Zwinger ist eine der touristischen Hauptattraktionen im Freistaat Sachsen. Millionen Besucher wandeln jedes Jahr durch dieses barocke Gesamtkunstwerk. Seit 1991 hat der Freistaat etwa 176 Millionen Euro investiert, vor allem um drei der bedeutendsten sächsischen Museen beste Bedingungen zu bieten: der Gemäldegalerie Alte Meister, dem Mathematisch-Physikalischen Salon und der Porzellansammlung. Wir werden auch in den nächsten Jahren weiter investieren, um die barocke Schönheit des Dresdner Zwingers dauerhaft zu erhalten«, so Finanzminister Haß.

Mit der multimedialen Ausstellung »Zwinger Xperience«, die am 28. Juni 2019 eröffnet, geht die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH neue Wege. In der Filmkuppel erleben die Besucher auf einer 30 Meter mal 4 Meter großen Leinwand durch eine audiovisuelle 270-Grad-Projektion eine virtuelle Zeitreise zur Hochzeit von Friedrich August II.

Wenn die Ausstellung »Zwinger Xperience«, das provisorische Filmzelt in Richtung Bogengalerie L verlassen hat, stehen Baumaßnahmen im Innenhof des Zwingers an:

  • Die Nebenwege im Zwinger erhalten einen neuen Belag aus einem Sand-Kies-Gemisch, das Regenwasser durchlässt und deutlich weniger Staub bildet als der bisherige Bodenbelag. In ihrer Farbgebung ähnelt diese Wegedecke den Sandsteinwänden des Zwingers. Auf den Hauptwegen wird der derzeitige rote Belag gegen Platten aus Postaer Sandstein ausgetauscht.
  • Die Beleuchtung im Innenhof wird neu gestaltet. Insgesamt wird eine unauffällige Ausleuchtung der Hoffläche für Fußgänger angestrebt. Zusätzlich zur Ausleuchtung der Wege ist eine dezente Anstrahlung für die Gebäudefassaden der Pavillons, der Lang- und Bogengalerien, des Kronentors und der Gemäldegalerie vorgesehen.
  • Zur Bewässerung der im Mai 2019 festlich aufgestellten 72 Orangenbäume wird zukünftig eine separate Gießwasseranlage mit aufbereitetem Wasser installiert. Parallel dazu erfolgt die Sanierung von zwei Hofbrunnen.

Aller Voraussicht nach werden die Bauarbeiten im Innenhof des Zwingers in der zweiten Jahreshälfte 2020 beginnen. Nach derzeitigem Planungsstand dauern diese bis Ende 2022 an. Die geplanten Gesamtkosten für die Sanierung des Zwinger-Innenhofes liegen bei etwa 10 Millionen Euro.

Voll im Plan liegen die Bauarbeiten an der Sempergalerie, die im Jahr 2013 begonnen hatten. Sie werden bis Ende Juni beendet sein. Die feierliche Übergabe an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist für Anfang August 2019 vorgesehen. Am 7. Dezember 2019 wird die Gemäldegalerie »Alte Meister« ihre Türen wieder für Besucher aus aller Welt öffnen.

Außergewöhnliche Ausstellung zu Dresdens Geschichte eröffnet im Spätherbst

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(© SMF_SJ)

Einblick in »Festung Xperience«

Einblick in »Festung Xperience«
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(© SMF_SJ)

Pressetermin in der Festung Dresden. Finanzminister Dr. Matthias Haß spricht.

Pressetermin in der Festung Dresden. Finanzminister Dr. Matthias Haß spricht.

Viele Jahre nur Geheimtipp wird die Festung Dresden nach einem aufwendigen Umbau ab Spätherbst wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein und zu einem Anziehungspunkt für alle werden, die Dresdens Geschichte aus einer anderen Perspektive kennenlernen wollen.

Mit riesigem Aufwand gestalten der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) und die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH zurzeit die Festung Dresden, die für rund 8 Millionen Euro umgebaut wird. Künftig wird der Besuch barrierefrei möglich sein. Ein neuer Aufzug von der Brühlschen Terrasse bringt dann alle, die die Festung Dresden erkunden und erleben wollen, ans Ziel - zum Beispiel zum Erlebnisangebot ,Festung Xperience‘, das ab Spätherbst 2019 präsentiert wird.

Die Geschichte dieses spannenden historischen Ortes wird mit moderner audiovisueller Technik für die Menschen nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar gemacht. Ab Herbst 2019 kann man in 500 Jahre Festungsgeschichte eintauchen und sich von überwältigenden Projektionen und Inszenierungen entführen lassen. Mit der »Festung Xperience« öffnet der erste Teil des Gesamtprojektes »Dresden Xperience«, das im kommenden Jahr im Dresdner Zwinger weitergeführt wird.

»Obwohl die Festung der älteste original erhaltene Teil Dresdens ist, ist der Bau aus dem 16. Jahrhundert vielen Besuchern Dresdens unbekannt. Wir wollen die in den Mauern verborgenen Geschichten greifbar machen. Aufgrund ihrer Architektur eignet sich die Festung Dresden nicht als normales Museum. Wir gehen hier neue Wege mit einem außergewöhnlichen multimedialen Konzept. Ich freue mich, dass sich die Festung Dresden den Besuchern ab Spätherbst als eines der modernsten und innovativsten Museen der Bundesrepublik präsentieren kann«, bilanzierte Sachsens Finanzminister Dr. Matthias Haß beim Pressetermin zur Vorstellung am 9. Mai 2019.


Dresden Xperience. Zwei besondere Orte. Ein faszinierendes Erlebnis.
»Dresden Xperience« ist eine Marke, unter der die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH ab Herbst 2019 zwei neue Erlebnisangebote in der Stadt Dresden vermarkten:

  • Ab Spätherbst 2019 öffnet die »Festung Xperience« in der Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse. Mit atemberaubenden 360°-Projektionen und stimmungsvoller Audiotechnik werden die Gäste auf eine einzigartige Reise durch die Geschichte der Festung Dresden entführt.
  • Im Juni 2020 folgt »Zwinger Xperience« in der Bogengalerie L im Dresdner Zwinger und erzählt seine Geschichte. Dabei kommen faszinierende Panoramaprojektionen und eine mitreißende Virtual-Reality-Installation zum Einsatz.

Meisterhafte Rokoko-Kunstwerke und eine rauschende Jahrhunderthochzeit – in der neuen Sonderausstellung auf Schloss Hubertusburg, einem der größten Jagdschlösser Europas, kann man bis 3. November 2019 auf Zeitreise gehen.

Nach sechs Jahren des Dornröschenschlafs war es am 28. April 2019 soweit: Das größte Rokoko-Schloss Sachsens und eines der größten Jagdschlösser Europas, öffnete erneut seine Pforten für Besucherinnen und Besucher. Meisterhafte Rokoko-Kunstwerke, 360-Grad-Videoinstallationen und eine rauschende Jahrhunderthochzeit laden ein, in der neuen Sonderausstellung auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf auf Zeitreise zu gehen.

Die Hochzeit von Kurprinz Friedrich August, dem Sohn Augusts des Starken, mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich jährte sich 2019 zum 300. Mal. Die prunkvolle, einmonatige Feier im Jahr 1719 ist bis heute das größte Hochzeitsfest, das je auf sächsischem Boden ausgerichtet wurde. Dank des jungen Ehepaares, das mit seiner Leidenschaft für Musik, Kunst und Kultur maßgeblich den Stil seiner Zeit prägte, etablierte sich Sachsen in den folgenden Jahren als blühende Kulturlandschaft und musikalisches Zentrum europäischer Bedeutung.

Die Ausstellung unter dem gemeinsamen Titel »Friedrich August und Maria Josepha« ist eine Zeitreise, beginnend 1719 mit der Hochzeit des Brautpaares. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden laden im ersten Ausstellungsteil ein, »Das verlorene sächsische Rokoko« wiederzuentdecken.

Die Ausstellungsräume in der ehemaligen Beletage des Schlosses versetzen den Betrachter mit weit über 100 herausragenden Kunstwerken und Zeitdokumenten des sächsischen Rokoko mitten in den höfischen Alltag des Ehepaares: Prächtiges Silber und Porzellan sowie eine aufwändig bemalte königliche Sänfte erlauben Einblicke in die Repräsentationskultur des sächsischen Hofes; Musikinstrumente und Kostümentwürfe lassen die auf Schloss Hubertusburg florierende Opernkultur wiederaufleben; pretiöse Hirschfänger und Prunkgewehre erinnern an die am Hof leidenschaftlich praktizierte Parforcejagd.

Für Dr. Matthias Haß, Sächsischer Staatsminister der Finanzen, ist Schloss Hubertusburg von großer Bedeutung: »Ich freue mich, dass meine Idee, im Jahr 2019 eine Ausstellung auf Schloss Hubertusburg zu organisieren, aufgegriffen wurde. Die Entwicklung dieses Schlosses ist mir ein besonderes Anliegen. Die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten sind bereits jedes Jahr mit zahlreichen Kulturveranstaltungen im ganzen Land präsent. Ich begrüße außerordentlich, dass durch dieses gemeinsame Projekt erneut auch die Staatlichen Kunstsammlungen außerhalb Dresdens Teile ihrer Sammlungen zeigen. So machen wir Kultur auch im ländlichen Raum erlebbar. Davon wünsche ich mir in Zukunft noch mehr.«


Weit mehr als 30.000 Besucher*innen entdeckten seit April dieses Jahres meisterhafte Rokoko-Kunstwerke, erlebten multimedial eine rauschende Jahrhunderthochzeit und bestaunten die spannungsreiche Geschichte im größten Rokoko-Schloss Sachsens.

Aufgrund des großen Besucherinteresses wird die Sonderausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in Zusammenarbeit mit dem Schlösserland Sachsen (SBG) im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg um vier Wochen verlängert und ist nun bis zum 3. November 2019 zu erleben.


Die Hubertusburg: eine wechselvolle Geschichte

Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) haucht im zweiten Teil der Ausstellung im Schloss Hubertusburg unter dem Titel »Es war die Hochzeit des Jahrhunderts« den noch unsanierten Räumen des Schlosses Leben ein. Hören Sie zunächst in die schier zahllosen Zimmer hinein. Dort wird die wechselvolle Geschichte des Hauses durch den Sound der jeweiligen Zeit erzählt und zwar rückwärts: von der Gegenwart bis hin zur Plünderung, zum Schlossbau und zur Hochzeit von 1719.
Durchschreiten Sie die Parade der abgehängten Gemälde, die ihre eigene spannende Geschichte preisgeben: von der Plünderung und Versteigerung bis zu ihrem heutigen Ausstellungsort, verstreut über die ganze Welt.
Begegnen Sie den einstigen Hausherren: König August III. und seiner Gemahlin Maria Josepha, die Ihnen, aus ihren Porträts zum Leben erweckt, von ihren ganz eigenen Erfahrungen im Schloss berichten.


360-Grad-Bildschirm im Hubertussaal

Völlig verbaut und zergliedert ist das, was einst der größte, schönste und prächtigste Raum des Schlosses war: der Hubertussaal. Mit Hilfe einer 360-Grad-Bildschirmpräsentation wird dieser Saal wieder sichtbar gemacht. Die verlorene Pracht des 18. Jahrhunderts und des sächsischen Rokokos ist dank der aufwändigen digitalen Animation so zu erahnen.
 

Der Höhepunkt: die mediale Wiederauferstehung der Fürstenhochzeit 1719

Am Ausgangspunkt für den späteren grandiosen Neubau der Hubertusburg steht die Fürstenhochzeit von 1719. In der Ausstellung erwartet sie den Besucher am Ende: Im Vorraum vor dem Hubertussaal reisen die Ausstellungsgäste im Schloss Hubertusburg zurück zu »Der Hochzeit des Jahrhunderts«. Bewegte Bildwelten ringsum an allen Wänden erwecken die rauschenden Planetenfeste zum Leben, die der Dresdner Hof zur Hochzeit von Kurprinz Friedrich August II. und Maria Josepha veranstaltete. August der Starke selbst, der Vater des Bräutigams, erklärt die Dramaturgie des Festes, das in einer beeindruckenden medialen Collage zum Leben erweckt wird.


Weitere Informationen, Ticketbuchung und Anmeldung von Führungen

  • Ausstellungsort Schloss Hubertusburg, Wermsdorf
  • Laufzeit 28.04.2019 - 03.11.2019
  • Öffnungszeiten Ausstellung und Schlosscafé: Dienstag - Sonntag 10 bis 18 Uhr. Montag geschlossen.
  • Eintritt Sonderausstellung: 7 EUR, ermäßigt 5 EUR, Gruppen (ab 10 Personen) 6 EUR p. P

Besucherservice der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
0351 – 49 14 20 00
besucherservice@skd.museum

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