18.03.2026

HKR.SAX – Wie groß die Probleme mit neuer Finanzsoftware wirklich waren

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Bei der Umstellung auf ein vollständig digitales Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen (HKR) für die gesamte sächsische Staatsverwaltung sind zum 1. Januar 2026 teilweise Probleme aufgetreten. Doch wie groß waren die Probleme wirklich – eine Analyse.

Wie bereits im Blogbeitrag vom 12. März berichtet, konnten seit Jahresbeginn rund zwei Millionen Buchungen und Auszahlungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro reibungslos abgewickelt werden. Bei einigen Fällen kam es jedoch zu Fehlern.

Darunter waren 265 Fälle, bei denen die Auszahlungen nicht wie geplant zum 1. Januar 2026 erfolgten, sondern erst eine Woche später. Betroffen waren unter anderem Stipendiaten oder Empfänger von Landeserziehungsgeld. In 18 weiteren Fällen traten fehlerhafte Zahlungen auf. Diese Zahlungen in Höhe von rund 27.000 Euro wurden zwischenzeitlich zurückgefordert. Rund 22.000 Euro wurden bereits zurückgezahlt. Darüber hinaus konnten Behörden aufgrund von Inkonsistenzen bei der Datenübertragung keine digitale sowie automatisierte Auskunft über vorhandene Zahlungsinformationen erhalten. Betroffen waren Auskünfte über die Zahlung von Bußgeldern, Wertmarken oder Semesterbeiträgen. Die Hauptkasse des Freistaates Sachsen hatte jedoch zu jedem Zeitpunkt einen vollständigen Überblick über den gesamten Zahlungsverkehr.

Zwischenzeitlich konnten die Zahlungsinformationen jedoch nachgereicht werden. Nach jetzigem Stand ist weder dem Freistaat noch den Betroffenen ein materieller Schaden entstanden. Das Bußgeldverfahren war dadurch zu keinem Zeitpunkt betroffen. Die Bußgeldbescheide der Landesdirektion wurden verschickt und auch rechtzeitig zugestellt. Lediglich ein Mahnstopp wurde von der Landesdirektion angeordnet. So soll verhindert werden, dass Bürger Mahnungen erhalten, obwohl sie bereits bezahlt haben. Die Vollstreckungsverjährung wird jederzeit beachtet. Das bedeutet: Offene Beträge können in dieser Zeit weiterhin eingefordert werden. Es besteht also kein Risiko, dass das Geld verloren geht.

Aufgrund von Inkonsistenzen bei der Datenübertragung konnten Behörden zudem nicht in gewohntem Umfang eine automatisierte Auskunft über Buchungen erhalten. Bis auf wenige Fälle konnten die Auskünfte jedoch zwischenzeitlich erteilt werden.

Um bei auftretenden Problemen oder Fragen während der Umstellung auf das digitale HKR-System so schnell wie möglich zu helfen, wurde beim HKR Competence Center ein Ticketsystem eingerichtet. Seit Jahresbeginn gingen dort rund 3.300 Anfragen ein. Ein Großteil der Anfragen kam aus dem Bereich der Hochschulen sowie der Landesdirektion Sachsen. Meist ging es dabei um Verständnisfragen, Fehlermeldungen oder technische Anpassungsbedarfe. Mehr als 80 Prozent der Problemanzeigen wurden bis zum 17. März 2026 gelöst.

Autor: Dirk Reelfs

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