24.02.2026

Für das Gemeinwohl beteiligt sich Sachsen an Unternehmen

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Nicht aus finanziellen Gründen, sondern allein zum Wohle des Landes, beteiligt sich der Freistaat Sachsen an Unternehmen. Das unterstreicht der Beteiligungsbericht 2025, der heute dem Kabinett vorgelegt worden ist.

Autor: Dirk Reelfs

»Jede Beteiligung dient einem oder mehreren wichtigen Landesinteressen. Es geht um nichts Geringeres, als um das Gemeinwohl des Landes. Ohne die Beteiligungen wäre Sachsen in jeder Hinsicht viel ärmer. Zum Beispiel pflegen wir mit staatlichen Beteiligungsaktivitäten unser historisches und kulturelles Erbe, wir erhalten und schaffen essentielle Infrastruktur für wirtschaftliche Entwicklung, schützen die natürlichen Ressourcen durch Umweltforschung oder minimieren Sucht-, Missbrauchs- und Manipulationsgefahren,« erklärte Finanzminister Christian Piwarz zum Beteiligungsbericht 2025. So soll zum Beispiel mit einer Beteiligung an den sächsischen Flughäfen und Binnenhäfen die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur gestärkt werden. Die Berater der sächsischen Wirtschaftsförderung helfen Unternehmen, neue Märkte zu erschließen, ebenso wie die Messe in Leipzig.

Der Freistaat Sachsen war im Jahr 2024 an 31 Unternehmen unmittelbar beteiligt. Mit der Landesbeteiligung vertritt das Land zum 31. Dezember 2024 ein Nennkapital von 594 Millionen Euro. Zum selben Zeitpunkt waren in Beteiligungen mit Sitz in Sachsen mehr als 5.800 Beschäftigte tätig. Die Beteiligung des Landes an Unternehmen schwankt dabei zwischen rund einem Prozent, wie etwa bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau und rund 77 Prozent wie bei der Mitteldeutschen Flughafen AG. 14 Unternehmen sind hingegen vollständig im Besitz des Freistaates. Dazu gehören unter anderem die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, die Sächsische Lotto GmbH, die Landesbühnen Sachsen GmbH und die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH.

Etwa die Hälfte der Firmen erwirtschafteten 2024 Überschüsse. Die Gewinne werden jedoch im Regelfall nicht an das Land abgeführt, sondern verbleiben in den Firmen. Staatslotterieveranstaltungen erwirtschafteten allerdings einen Reinertrag in Höhe von 60,6 Millionen Euro. Genau diese Geldsumme kommt wiederum dem Gemeinwohl zugute. So schreibt es das Sächsische Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag vor. Danach sind die Erträge aus dem Lotteriegeschäft für die Suchtprävention, Sport, Kultur, Umwelt, Jugend und Wohlfahrtspflege einzusetzen.

Andere Unternehmen, wie zum Beispiel die Mitteldeutschen Flughafen AG, machten 2024 Verluste. Das Land darf die Verluste jedoch nicht ausgleichen. Die Mitteldeutsche Flughafen AG erhält von den beteiligten Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt lediglich Erstattungen für Aufwendungen nicht wirtschaftlicher Art, wie zum Beispiel für die Sicherheit an den Flughäfen. Gleichwohl unterstreicht gerade der Betrieb der beiden Flughäfen Leipzig und Dresden, wie wichtig sie für den Freistaat Sachsen sind. Das hatte unlängst ein Gutachten des Instituts der Deutschen Wirtschaft ergeben. Mit beiden Flughäfen werden eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 4,6 Milliarden Euro erzielt sowie 52.276 Arbeitsplätze gesichert. Die Steuereinnahmen betragen jährlich 875 Millionen Euro. Damit übersteigen die Steuereinnahmen auf Länder- und kommunaler Ebene die getragenen Kosten um mehr als das Sechsfache.

Der nun veröffentlichte Beteiligungsbericht 2025 informiert über die Firmenbeteiligungen des Landes, die Geschäftsentwicklungen der Unternehmen in den Jahren 2022 bis 2024 und nennt die Gründe für das Engagement des Freistaates Sachsen. Der vorliegende Beteiligungsbericht vermittelt zudem einen Einblick in die Besetzung der Unternehmensorgane.

Der 276 Seiten umfassende Bericht kann unter www.publilkationen.sachsen.de direkt heruntergeladen werden.

 

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  • Foto oben links:
    DZA Eröffnung Büros Görlitz, © DESY, Paul Glaser
  • Foto oben rechts:
    Sächsische Staatsbäder GmbH, Luftaufnahme Radon-Therapiezentrum Bad Brambach, © Sächsische Staatsbäder GmbH, Foto Sächsische Staatsbäder GmbH/RD
  • Foto unten links:
    Landesbühnen Sachsen GmbH, Felsenbühne Rathen, © Martin Förster
  • Foto unten rechts:
    Trailerport im Hafen Dresden, © Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH
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